Plöcking

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2. Lehen Peter

Hausnummer (bis 1901 1, dann übergang in Lehen 4)

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Das Anwesen entstand um 1300 bei der Gründung der Ortschaft Plöcking. Fast das ganze 15. Jahrhundert war hier die Familie der „Schleich“ oder „Schleicher“ ansässig. Der Name „Peter“ kommt wahrscheinlich von Petrus Gottmann, den wir um 1735 antreffen. Ab 1436 gelingt es auch, bestimmte Namen von Besitzern diesem Anwesen zuzuordnen. Das Haus wurde um 1901 abgerissen. Das Anwesen wurde bereits 1885 mit dem Anwesen Nr. 2 vereinigt.

Um 1300 als eines der 9 Lehen von „Pleching“ entstanden.
Die jährliche Abgabe betrug 20 Pfennige;
1436 Schleich, jährliche Abgabe 20 Pfennige;
„Alles zusammengerechnet ist er uns 25 Pfennige schuldig; (KL 79, 9)
1437-1480 Schleicher, gibt jährlich 20 Pfennige; (KL 79, KL 80; KL 81)
– “ -1450 Schleicher, 20 Pfennige, „er hat für 7 Schillinge 17 Pfennige gearbeitet, eine alte Schuld beträt, für den Küchendienst, 1/2 Pfund weniger 11 Pfennige (= 109 Pfennige); er bekommt von uns bezahlt 32 Pfennige; erhält weiterhin 14 Schillinge, weniger 10 Pfennige; (KL 80, 13)
1484 Peter Schleicher, 20 Pfennige, Stiftmaß, Stifthenne;
„Wir haben mit ihm abgerechnet und wir schulden ihm noch 20 Schillinge und 21 Pfennige; alles haben wir abgeglichen in Geld, indem wir dabei auch die Gilt und den Küchendienst bei Frater Ludwig abgezogen haben; somit ist alles bereinigt;“ (KL 82, 19)
1484-1486 Peter Schleicher, 20 Pfennige (KL 82)
1487 Peter Schleicher, 60 Pfennige (KL 82, 178
1497 Conrat Schleicher, Lehen, 60 Pfennige, 1 Maß Wein, 1 Henne, Mai-und Herbststeuer 26 Pfennige (KL 83, 173)
Harnach – Buch – 1480: Schleicher, Haube, Handschuhe, Spieß,- 1492: Schlealign=icher / Mathäußl, Eisenhsaube, Handschuhe, Helmparten, Degen;
Steueranlage (KL 19 1/2, 15 u. 172)
– 1507: Matheis Schleicher, hat 1 Roß für 4 Pfund, 1 Kuh für 2 Gulden; 2 Kälber und 1 Ferkel für 1 Pfund, 2 Ymbt 6 Schillinge, Fahrnis 60 Pfennige; Zimmer und „Gunst“ 12 Pfund;
– 1516: Matheis Zötl, Zimmerer, Herrengunst, 12 Pfund, 1 Roß für 2 Gulden, 4 Kühe für 8 Gulden; 1/2 Ymbt für 45 Pfennige; macht 20 Pfund 7 Schillinge 15 Pfennige; er hat gegeben 5 Schillinge 17 Pfennige und 1 Heller;
1500 Conradt Schleicher, 2 Schillinge, 1 Maß Wein, 1 Henne, Mai- und Herbststeuer 26 Pfennige;
1505 Mathes Zötl
1527 Hanns Khornprobst stiftet für 5 Gulden; „wenn er die Hafarbeit nicht verrichtet, muß er geben 1 Pfund Pfennige:
1552 Williwalt obißer 6 Gulden; „soll negen der Hofarbeit geben 3 Schillinge;“
1555 Christoph Ödmayr 8 Gulden, „es ist dazugekommen eine Wiese im untern Tal“; gibt dazu 3 Schillinge; Stiftmaß 14 Pfennige;
1561 Hanns Schmidhofer
1570 Hanns Purkhardt 15 Pfund Pfennige; (KL 94, 305)
– 1574-1578: Hanns Purchard, Lehen, gibt so er arbeitet 3 Schillinge, wann er nicht arbeitet 1 Pfund Pfennige;
Wiese im Underthall, gibt 3 Schillinge, Stiftmaß 14 Pfennige, Mai- und Herbststeuer 26 Pfennige; (KL 65,70)
1601 Christoph Purkhardt 20 Gulden, „soll neben der Hofarbeit geben 6 Schillinge,“
– 1629-32; Christoph Burckhart, soll die Hofarbeit in eigener Person verrichten, jährlich 6 Schillinge, Stiftmaß, Mai- und Hertststeuer 26 Pfennige (KL 6, 33)
1634 Caspar Sailler 23 Gulden
1636 Anna Sailerin, „für dies Lechen und das Haus zu Haag“ 10 Gulden;
– 1643-1650: Anna Pybergerin, 2. Hoflehen leibgedingsweise, jälich 6 Schillinge stiftmaß 28 Pfennige, Mai- und Herbststeuer 26 Pfennige, 1 Henne; (KL 8, 45)
(den Hof in Biberg hatte 1578 eine Anna Sailerin inne)
1658 stiftet Leib Catharina Wengerin 25 Gulden
– 1647, 5. Juli, verheiratet sich Georg Wenger, Witwer, Plöcking, mit Catharina Gabelmair, Wolpach;
1658 kauft ihm ab Simon Mamelzhauser 66 Gulden 30 Kreuzer; Anfall 3 Gulden 19 Kreuzer 2 Pfennige; behält der Wengerin Leib;
1659 erkauft es Hanns Hueber 60 Gulden, Anfall 3 Gulden;
– 1661, 31. Mai, verheiratet sich Hohannes Hueber, Witwer, Plöcking, mit Maria Wagnerin, Großenhag;
– 1671, 22. Juni, verheiratet sich (III. Ehe) Johannes Hueber, mit Scholastica Schweigerin, Scheyern;
– 1676, 5. Februar verheiratet sich (IV. Ehe) Johannes Hueber, mit Maria Kirmayrin, Witwe, Ilmmünster;
1678 stiftet Leib auf sich und sein Weib Maria Hanns Hueber um 30 Gulden, Leykauf 1 Gulden; (KL 94, 305; Pfarrmatrikel)
Steuerbeschreibung 1671;
Hanns Hueber; jährliche Gilt: 1 Gulden 6 Kreuzer 6 Heller;
Leibgedingsgerechtigkeit ist abgestorben, 1659 hat er es von Simon Thumelzhauser erkauft um 60 Gulden; dermalen kann er seine Gerechtigkeit erkaufen um 25 Gulden; von der Herrschaft ist sie darum angeboten;
Viehbestand: 1 Öxl, 1 Kuh;
jährliche Steuer: 5 Schillinge 6 Pfennige; (KL 320, 78)
1689 10. Februar erkauft dies Lehen
Hanns Gotschmann um 220 Gulden, Anfall 13 Gulden 20 Kreuzer, behält der Maria Hueberin Leib;
– 1689, 21. Februar verheiratet sich Johannes Gotschmann, Fernhag, mit Ursula Ostermayrin, von Freyman; (KL 94, 305)
– 1697-1701: Hannß Gotschmann, Stift samt Kirchentracht von 4 Kreuzer: 1 Gulden 11 Kreuzer; (KI A Ic 11, 94)
1714 14. Februar stiftet auf ein unbenanntes Kind, in 3 Jahren zu benennen Hanns Gotschmann um 30 Gulden, Leykauf 1 Gulden;
Peter Gotschmann ist ernannt worden;
– 1735, 19. September verheiratet sich Petrus Gottschmann, Eltern: Johannes u. Ursula mit Catharina Wagner, Gurnöbach;
– 1748 26. Februar verheiratet sich Petrus Gottschmann, Witwer, mit Barbara Siber, Durchschlacht;
1765 29. Oktober stiftet Leib Vitus Müller 30 Gulden; Leykauf 1 Gulden, Infulsteuer 22 Kreuzer 2 Pfennige;
1801 9. September verheiratet sich Vitus Müller, Witwer, Plöcking, mit Elisabeth Wimer, Pfaffendorf;
– 1730-1802: Stift: 1 Gulden 6 Kreuzer 6 Heller, Kirchentracht 4 Kreuzer; gezahlte Stift; 1 Gulden 11 Kreuzer; Infusteuer, 1734, 22 Kreuzer; (KL 15, 48; KL 17. 47)
Umlags – Buch 1773: Peter Gotschmann, jetzt Veith Müller Manser-Gütl, Hoffuß 1/16; Fourage-Anlage: 26 1/4 Kreuzer; Vorspann-Anlage 4,5 0,5/8 Kreuzer; Herdstätte-Anlage 25 Kreuzer; Summe: 55 Kreuzer; Steuern; 44 Kreuzer 4 Heller; (B 28, 10)
1809 24. Juli verheiratet sich Anton Knoll, Schachach, mit Ursula, Witwe des Bartholomäus Ostermayr, Gintersdorf;
1834 27. August verheiratet sich ( mit Übergabe)
Paul Stegmayr, Gütersberg; * 31.7.1798, + 29.3.1881; mit Anna Maria Hoiß, * 19.12.1808, + 19.12.1855;
Kinder: Kostkind A. Maria Niederhuber, * 30.7.1838;
1856, 4.8. verheiratet sich (II. Ehe)Paul Stegmayr, * 31.7.1798, +29.3.1881; mit Theres Strasser, * 24.8.1817;
1884 17.9. gekauft von Johann Glück und Michael Müller;
1885, 20. 1. gekauft von Josef Gail, Nr. 2 Plöcking, und mit Nr. 2 vereinigt.

Grundsteuerkataster 17 111, Niederscheyern 1863, S.113
Ortschaft Plöcking, Haus – Nr. 1
Peter Paul Stegmayr, mit Ehefrau Theresia
Das Petergütl hat der Ehemann Paul Stegmayr laut Briefs vom 15. Oktober 1834 in Gemeinschaft mit seiner ersten Ehefrau Anna Maria, geborene Huis, von Anton Knoll um 1250 Gulden erkauft, und auf das Ableben der Ehefrau nach Verlassenschaftsverhandlung vom 26. November 1856 zum Alleineigentum erhalten.
Nach Ehevertrag vom 26. Juli 1856 hat Paul Stegmayr mit seiner gegenwärtigen zweiten Ehefrau Theresia, geborene Straßer, bezüglich des damaligen und Künftigen Vermögens allgemeine eheliche Gütergemeinschaft mit ungeteiltem Besitz und Eigentum geschlossen.

Das Petergütl im Jahr 1863
Nr. Bezeichnung Fläche Nr. Bezeichnung Fläche
398 Wohnhaus, Stadtl, mit Kuhstall, Schafstall, dann Wagenremise mit Streuschupfe und Hofraum 0,12
399 Gras-Baum-und Wurzgarten mit Back-und Waschhaus, dann Wasserhülle 0,65
400 Gartenacker 0,98
421 Hausacker 1,39 Zusammenstellung
429 Breitl, Acker 2,26
432 Untermaiszell-Ackerl 0,32 Fläche: 15,11 Tagwerk
437 Maiszellacker 1,04 Verhältniszahl: 131,16
445 Weblingerholz 0,53 Einfache Grundsteuer:
448 Washoferholz 0,95 2 Gulden, 11,16 Kreuzer;
460 Mittermaiszellacker 0,56
468 Stieglackerl 0,50
497 Tafelmühlacker 2,13
515 Seitzmais-und Bergacker 0,91
533 Holzacker 1,95
534 Mühletholz 0,82

Gemeinderecht
Zu einem ganzen Nutzteil an den noch unverteilten Gemeindebesitzungen bei Haus Nr. 10 Plöcking.

Übernommen aus:
Haus- und Familiengeschichte der Pfarrei und Hofmark Scheyern Band II Scheyern – Ost

Auf dem Grundstück steht heute das Wohnhaus von Ingrid und Josef Huber