Plöcking

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4. Lehen Girgl

Hausnummer 2

Auch dieses Anwesen entstand, wie die übrigen von Plöcking, um 1300 bei der Gründung der Siedlung. Das 15. Jahrhunder war die Familie Obenaus beherrschend für unser Anwesen. Sie kommt jedoch gelegentlich auch bei den anderen vor. Um 1500 wird sie von einem Georg Weghappl, oder Georg Wozhäbter, abgelöst, von dem dann wohl der Name „Girgl“ stammt. Um 1885 kaufte Josef Gail das Anwesen Nr. 1, Peter, auf und vereinigte beide.

Um 1300 Entstehung der 9 „Lehen“ von Pleching; jedes zahlt Jährlich 20 Pfennige;
1300-1436 eines der 9 Lehen, jährliche Abgabe: 20 Pfennige;
1436-1480 Oberhauß, 20 Pfennige; (KL 79, KL 80, KL 81)
1484 Peter Obenauß, 20 Pfennige, Stiftmaß, Stifthenne;
„Wir haben mit ihm abgerechnet und wir schulden ihm noch 22 Schillinge weniger 4 Pfennige; wir haben ihm das in Geld, indem wir die Gilt und den Küchendienst von Frater Ludwig abgezogen; wir schulden ihm noch 5 Schillinge;“ (KL 82, 19)
1484-1487 Peter Obenauß 20 Pfennige, — ab 1487: 60 Pfennige; (KL 82)

1497 Jorg Weghäppl, Lehen, 60 Pfennige, 1 Maß Wein, 1 Henne, Maisteuer 13 Pfennige, Herbststeuer 13 Pfennige; (KL 83, 173)
Harnasch – Buch

1480: Hansl / Peter Obenauß, Haube, Handschuhe, Spieß
1492: Jorg Weghäppel/ Wolf -, Eisenhaube, Handschuhe, Helmparten, Degen;
Steueranlage (KL 19 1/2, 15 u. 172)
1507: Jorg Weghappl hat 1 Roß für 2 Pfund, 2 Kühe für 4 Gulden, 1 Kälbel für 70 Pfennige, 2 junge Ferkel für 20 Pfennige, Fahrnis 28 Pfennige; Zimmer und „Gunst“ um 13 Gulden;
1516: Jörg Obennauß, Zimmer und Herrengunst um 8 Pfund, 1 Roß und 2 Pfund, 2 Kühe für 4 Gulden, 1 Gaiß für 50 Pfennige; 1/2 Ymbt 45 Pfennige macht 13 Pfund 7 Schlillinge 5 Pfennige; hat gegeben 3 Schillinge 21 Pfennige
(NB. Offenbar wurde „Obenauß“ der Hausname, sodaß der Jorg Weghappl auch Jorig Obenauß genannt wurde.)

1500 Georg Wozhäbter, 2 Schillinge, 1 Maß Wein, 1 Henne, Mai- und Herbststeuer
1537 Wolf Wozhabtel
1553 Pernhardt Pöckh „soll hinfür, wenn er die Hofarbeit verrichtet, geben 5 Schillinge 14 Pfennige, wenn er sie aber nicht verrichtet 10 Schillinge, Landschuld 7 Pfund Pfennige;
1560 kommt ein Wiesacker hinzu; davon Franz Peyrl gibt 20 Pfennige;
1567 „ist dies Wiesenackerl davon kommen“ (wieder weg gekommen);
– 1584 „kommt ein Wiesenacker hinzu, von Wolf Hueber zu Mitterscheyern erkauft, liegt beim Tadlhof, gibt 18 Pfennige;“ 1594, 1595 und 1598 kommt ein Acker und Egarten hinzu, davon absonderliche Gilt; (KL 94, 313) 1574-78: Berhard Peckh, Lehen, wenn er arbeitet, gibt er jährlich 5 Schillinge, 14 Pfennige, 1 Henne, wenn er nicht arbeitet, gibt er 1 Pfund Pfennige, Mai-und Herbststeuer 26 Pfennige; (KL 65, 70)
1603 Georg Höckmyr 35 Gulden;
1616 Hanns Wergenthaler 35 Gulden 30 Kreuzer;
1624 Mathes Schabenperger 15 Gulden;
1627 Veith Purkhardt 30 Gulden;
1634 hat es angefangen öd zu liegen; (KL 94, 313) 1629-32; Veith Burckhart, Lehen soll die Hofarbeit in eigener Person verrichten, gibt jährlich 1 Gulden 45 Kreuzer, Stiftmaß 14 Pfennige; 1 Henne, Mai- und Herbststeuer 26 Pfennige; Wiesfleckhl bei Tädlhof 15 Pfennige; Ehegarten im Preitenloch 6 Kreuzer; (KL 6, 33)
1637 kauft Benedikt Ostermayr 6 Gulden, gibt völlige Gilt in 2 Jahren;

1647 kauf ihm ab Andre Berthold 27 Gulden 30 Kreuzer, Anfall 1 Gulden 22 Kreuzer 2 Pfennige, „bleibt Ostermairs Leib“;
– 1658, Mai, verheiratet sich Andreas Berchthold, Witwer, mit Catharina Wengerin, Plöcking;
– 1670, 28. Juli, verheiratet sich Andreas Perchthold, Plöcking, Witwer, mit Magdalena Millerin, Mitterscheyern;
– 1675 Andre Perthold versucht den Leib fallen zu lassen; ist bewilligt worden; wieder zurückerkauft gegen Reichung für solche Bewilligung, mit Anfall von 45 Gulden; darauf hat er dem Thomas Krimmer verkauft um 160 Gulden;
– 1643-50; Benedict Ostermair, jährlich 1 Gulden 5 Schillinge 7 Pfennige 1 Heller (= 1 Gulden 45 Kreuzer) Stiftmaß 14 Pfennige, Mai- und Herbststeuer 26 Pfennige, 1 Henne; Wiesfleck bei Radlhöf 10 Pfennige, Stiftmaß 14 Pfennige, von der Eggarten im Praitenloch 18 Pfennige, Stiftmaß 14 Pfennige; KL 8, 46)

Steuerbeschreibung 1671: (St 320, 75)
Anndre Berthold, jährliche Gilt; 2 Gulden 6 Kreuzer 5 Heller; Leibgedingsgerechtigkeit; seine gewesene Gerechtigkeit ist abgestorben; er hat sie 1647 vom Benedict Ostermayr um 27 Gulden 30 Kreuzer erkauft, jetzt geschätzt um 25 Gulden; —- Viehbestand 1 Kuh, 1 Jungrind, 1 heuriges aufgestelltes Kalb, jährlichre Steuer 6 Schillinge 9 Pfennige; Zum Gotteshaus von Niederscheyern hat er ein Kapital von 10 Gulden;
1675 27. Februar stiftet auf sich Leib Thomas Krimmer um 30 Gulden, Leykauf 1 Gulden 30 Kreuzer;
– 1675, 23. Oktober verheiratet sich Thomas Krimmer, von Haag. mit Apolonia Steidlin, Ziegelnöbach;
– 1697-1701: Stift: 2 Gulden 6 Kreuzer 5 Heller, 1 Henne, Kirchentracht 4 Kreuzer; gezahlte Stift: 2 Gulden 11 Kreuzer; (KL A Ic 11, 96)
1706 stiftet Leib Ägidi Grimmer um 30 Gulden, Leykauf 1 Gulden 30 Kreuzer;
– 1722, 17. November verheiratet sich (II. Ehe) Ägidius Grimmer, Witwer, Plöcking, mit Cahtarina Schmiedhover, Underschnaderbach;
1742 22. Dezember kauft Leib Corbinian Hoißl 30 Gulden; Leykauf 1 Gulden, Infulsteuer 22 Kreuzer 2 Pfennige;
– 1743, 22. Januar verheiratet sich Corbinian Hoisl, Eltern: Andreas und Maria, mit Apolonia Grimer, Plöcking, Eltern: Ägidius und Catharina;
– 1776, 19. Februar verheiratet sich (II. Ehe) Corbinian Hoisl, mit Barbara Sulzgrueber, Lauterbach;
1790 23. Mai stiftet auf sich Leib Joseph Hoiß 30 Gulden, Leykauf 1 Gulden;
– 1790 14. Juni verheiratet sich Joseph Hoiß, Plöcking, Eltern: Korbinian und Apolonia, mit Maria Schmidhofer, Gneisdorf; (KL 94, 313)
– 1730-42: Egidi Krimmer, gezahlte Stift: 2 Gulden 11 Kreuzer, Infulsteuer;
– 1734, 22 Kreuzer; (KL 15, 49)
– 1766-1802: Corbinian Hoiß, Joseph Hoiß, Stift 1761: 2 Gulden 10 Kreuzer, 5 Heller; (KL 17,48)
Umlags – Buch; ( B 28 , 10 )
Corbinian Hoiß, Joseph Hoiß, Hamer- Gütl; Hoffuß 1/16;
Fourage- Anlage 26 1/4 Kreuzer; Vorspann- Anlage 4,5 0,5 /8 Kreuzer;
Herdstätte-Anlage 25 Kreuzer, Summe 55 Kreuzer; Steuern: 54 Kreuzer;
Um 1815 Übergegangen an Benedikt Öchsl
Benedikt Öchls; * 18.3.1781 in Kreutenbach, verheiratet sich im Dezember 1802 in Euernbach, mit Katharina Schmidhofer, Gneisdorf, * 21.9.1776;
7 Kinder, Überlebend: A. Maria, *6.3.1803, verh. in Freising; Matthä, * 16.9.1806, verh. in Ilmried; Anton, * 3.7.1804 verh. Güntersdorf; Johann Georg, * 18.4.1812, + Güntersdorf; Katharina, * 24.10.1813 in Gurnöbach; Viktoria, * 19.8.1816; Maximilian, * 4.10.1819, + 23.11.1844;
– 1833, 5. August verheiratet sich (II. Ehe) Benedikt Öchsl, * 18.3.1781, mit Walburga Stein, Ankofen, * 14.5.1786, + 15.1.1859;

1846 1. Juli verheiratet sich (mit Übergabe)
Johann Ev. Wildgruber, Ilmmünster, * 30.9.1818, + 26.6.1896; mit Viktoria Öxl, * 19.8.1816, + 20.3.1849;
Kinder: Johanna Franziska: * 21.8.1847;
– 1849, 21. Mai verheiratet sich (II. Ehe) Johann Ev. Wildgruber, mit Anna Rott, Randelsried, * 29.3.1816, + 23.11.1859; 4 Kinder, +
– 1860, 28. Februar verheiratet sich (III. Ehe) Johann Ev. Wildgruber, mit Theres Furtmayr, Webling, * 24.11.1820, + 31.3.1900; 2 Kinder, +
NB. Vorher in Grainstetten, Nr. 2 1/2; um 1873 nach Ilmmünster gezogen und verkauft an Joseph Gail.
1873 gekauft von Joseph Gail, * 31.5.1824, + 22.2.1901, verheiratet um 1850 mit Walburga Biersack, * 15.2.1827, + 2.6.1898;
8 Kinder: Catharina, * 19.3.1851 in Reichertshausen; Simon, * 4.10.1852; Stephan, * 18.8.1854; Walburga, * 13.6.1856, verh. in Ilmmünster; Nikolaus, * 5.12.1858; Magdalena, * 3.11.1860, verh. Eschelbach; Franz X., * 1.12.1867; Joseph, * 24.12.1871, Fr. Bernard OSB, Belmont, USA;
1894 29. August verheiratet sich Franz X Geil, * 1.12.1867, in Grainstetten, mit Carolina Link, * 17.1.1870, Haimpertshofen;
Kinder: Maria, * 6.12.1895; Gregor, * 7.3.1898; Franz X. * 15.9.1899; Karolina, * 27.12.1902;
1947 verheiratet sich Jakob Huber, Holzhof, * 18.7.1897, mit Maria Geil, * 6.12.1895, Plöcking;
1979 Jakob Huber;

Grundsteuerkataster 17 111, Niederscheyern, 1863, S. 117
Ortschaft Plöcking, Haus – Nr. 2
Girgl Johann Wildgruber, mit Ehefrau Theresia
Das Giglanwesen hat Johann Wildgruber nach Ehevertrag vom 10. Juni 1846 durch Heirat seiner ersten Ehefrau Viktoria, geborene Oechsl, mit dem walzenden Acker unter Plan Nr. 441 dem Objekte Plan Nr. 503, unter Lit. B, und den Grundstücken Plan Nr. 1059 und 1060 in der Steuergemeinde Hettenshausen zum Miteigentum erworben und auf Ableben derselben, sowie auf das der zweiten Ehefrau Maria Anna geborene Kott, mit welcher Johann Wildgruber gemäß Ehevertrags vom 14. Mai 1859 in Gütergemeinschaft lebte, – nach Muttergutsvertrag vom 5. Mai 1859 und Erbschaftszeugnis vom 25. April 1860 zum Alleineigentum erhalten.
Nach weitern Ehevertrag vom 22. Mai 1860 hat nun Johann Wildgruber mit seiner gegenwärtigen dritten Ehefrau Theresia, geborene Furtmaier, bezüglich des damaligen künftigen Vermögens allgemeine eheliche Gütergemeinschaft geschlossen.

Das Girglgütl im Jahr 1863
Nr. Bezeichnung Fläche Nr. Bezeichnung Fläche

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A. Das Giglgütl mit dem unausscheidbaren walzenden Objekt unter Plan Nr. 441

417 Wohnhaus mit Kuhstall und Graskammer, Stadtl, Schweineställe und Hofraum 0,12
418 Gras-Baum-und Wurzgarten, der Hausgarten, mit Back- und Waschhaus, dann Wasserhülle 0,47
419 Grasgarten, der untere Garten 0,48 Auswärtiger Gutsbestandteil
420 Hausgarten 3,33 siehe Steuergemeinde Mitterscheyern
441 Neubruch, Acker 0,69 Plan Nr. 501
442 Vogelherd 1,08
455 Maiszellhölzl 0,95 B. Walzende Besitzungen
459 Maiszellacker 1,30
475 Fuchsleiten und Gartenacker 3,48 100 unterer Gemeindeteil, Wiese 1,02
531 Holzleitl 1,85 393 Washofholz 1,70
532 Stettbergacker 0,81 394 Washoferholzacker 0,94
503 Mühlbergackerl 0,36

Gemeinderecht
Zu einem ganzen Nutzteil an den noch unverteilten Gemeindebesitzungen bei Haus Nr. 10 Plöcking.
Zusammenstellung
Fläche: 18,58 Tagwerk
Verhältniszahl: 149,14
Einfache Grundsteuer:
2 Gulden; 29,14 Kreuzer

Übernommen aus:
Haus- und Familiengeschichte der Pfarrei und Hofmark Scheyern Band II Scheyern – Ost