Plöcking

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8. Lehen Hannerl

Hausnummer 3

Dieses Anwesen entstand, wie die übrigen „Neun Lehen“ von Plöcking um das Jahr 1300. Die ersten Namen dieser 9 Lehen sind zwar bekannt; doch läßt sich erst ab dem Jahr 1436 eine genaue Zuordnung festlegen. Neben einem anfänglichen „Weber“ ist vor allem die Familie der „Heglmair“, die das ganze 15. Jahrhundert beherrscht. Der Name „Hannerl“ kommt von einer Anna, möglicherweise von der Anna Maria Kölbl, der Frau des Bartholomäus Gruber, der um 1762 auf dem Anwesen saß.

Um 1300 der Besitzer zahlt 20 Pfennige jährlich;
1300-1436 die jährliche Abgabe bleibt bei 20 Pfennige.
1436 Jo „Textor“ (Jo Weber) gibt von der Hofstatt und von einem Garten 30 Pfennige;
1439 Jörg Heiligmair, 20 Pfennige (KL 79, KL 80, KL 81)
– 1485: „Wir haben mit diesem Jorig Heilingmair abgerechnet und wir schulden für alle seine Arabeiten 10 Schillinge 27 Pfennige; dies haben wir ausgeglichen in Geld, wobei wir die Steuer, die Gilt und den Küchendienst bei Frater Ludwig abgezogen haben“ (KL 82, 61)
1487 Jorg Helgmair, 60 Pfennige, Stiftmaß und Stifthenne;
(bereits ab 1484: Stiftmaß Stifthenne !)
1497 Hanns Pfab 2 Schillinge, 1 Maß Wein, Mai-und Herbsteuer 26 Pfennige; (KL 83, 175)
Harnasch – Buch;
– 1480: Jorg Witer, Haube, Handschuhe, Spieß
– 1492: Jorg Witter/ Hans Reischl, Blasy Peyrl: stachelige Haube, Handschuhe, Helmparten, Messer;
Steueranlage (KL 19 1/2, 16, u. 172)
– 1507: Jorg Schluttenperger, hat 1 Roß für 2 Gulden, 2 Kühe für 4 Gulden; 2 Kälber für 1 Pfund; Fahrnis im Haus 60 Pfennige; Zimmer und seine Gunst für 12 Gulden;
– 1516: Jörig Schluttenperger, Zimmer, Herrengunst, für 10 Pfund; 1 Roß für 2 Gulden; 2 Kühe für 4 Gulden, 2 Gaißen für 4 Schillinge; 1 Ymbt für 3 Schillinge, macht 16 Pfund 3 Schillinge, er hat gegeben 4 Schillinge und 11 Pfennige;

1500 Hanns Pfab, 2 Schillinge, 1 Maß Wein, 1 Henne, Mai-und Herbststeuer 26 Pfennige;
1502 Georg Schletenperger
1542 Stephan Höflmayr, stiftet für 2 Gulden;
1552 Hanns Neumair 2 Gulden; Gilt 70 Pfennige, so er aber die Hofarbeit nicht verrichtet: 1 Pfund Pfennige;
1561 Veith Veithmair stiftet für 13 Pfund Pfennige;
1572 Stephan Pranstainer 15 Pfund Pfennige;
1628 Caspar Kopp; Gilt neben der Hofarbeit 1 Pfund Pfennige; Landschuld 26 Gulden
1634 „Der Mayr ist im Land, das Lechen liegt Öde“
– 1636 Der Mayr ist wieder nach Hause gekommen; (KL 94, 329)
– 1629: Caspar Khopp, Lehen, mußt die Hofarbeit selbst verrichtet, Gilt: 1 Pfund Pfennige, Stiftmaß 14 Pfennige, 1 Henne, Mai-und Herbsteuer 26 Pfennige; Acker so Balthasar Khöberl innegehabt 20 Pfennige, Stiftmaß 14 Pfennige; (KL 6, 35)
1638 kauft dem Koppn ab – Hanns Mezger um 30 Gulden; Anfall 2 Gulden 30 Kreuzer, behält des Koppen Leib und Gilt;
– 1639 kauft Leib Margaretha Catharina Mezgerin um 4 Gulden;
1639 kauft der Cahtarina ab Margareth Tallerin um 45 Gulden, Anfall 2 Gulden 15 Kreuzer, behält des Mezger Leib und Gilt;
1649 stiftet das Lehen auf sich Hanns Pichl um 20 Gulden; es bleibt die alte Gilt, wenn er die Hofarbeit verrichtet; sofern aber nicht, oder da sie nicht erfordert wurde, ist seine Gilt 3 Gulden 14 Pfennige, Mai-und Herbststeuer 26 Pfennige, 1 Henne;
1650 stiftet auf sich Leib Gerog Reim um 12 Gulden, Gilt wie bei Pichl
– 1647, 14. Juli verheiratet sich Georg Reim, Pfalspaid, mit Rosina Rieger, Scheyern (KL 94, 329)
– 1643-1650: Margaretha Tallernin, 8. Hoflehen, leibgedingsweise, järlich 1 Gulden 3 Schillinge 10 Pfennige; Stiftmaß 14 Pfennige, Mai-und Herbststeuer 26 Pfennige; – von Balth. Khöberle Acker 20 Pfennige, Stiftmaß 14 Pfennige; NB. dieser Acker ist dem Seb. Osterhuber von Haag zugeschrieben worden;
– 1649: 20. Januar auf der Tallerin Versterben erstiftet Hanß Pichl von Vieth dies Lehen, Landschuld 20 Gulden;
– 1650: 8. April erstiftet nach des Pichls Versterben Georg Reim dies Lehen auf seinen Leib, Leibgilt 12 Gulden; NB. Wenn er die Scharwerch nicht verrichtet, soll er für die jährliche Gilt 3 Gulden und anderes kleines geben: (KL 8, 48)
1653 kauft ihm ab Urban Khotmair um 25 Gulden; Anfall 1 Gulden 15 Kreuzer, gehält des Reims Leib;
1659 erkauft Caspar Ott um 77 Gulden 30 Kreuzer; Anfall 3 Gulden 52 Kreuzer und 2 Pfennige (= 5 %) (KL 94, 329)
S t e u e r b e s c h r e i b u n g 1671:
Caspar Ott, jährliche Gilt, 1 Gulden 41 Kreuzer; Leibgedingsgerechtigkeit 1659 von Urban Khottmayr abgekauft um 77 Gulden; der Verkäufer hat sie aber 1650 vom Kloster um 12 Gulden erkauft; jetzt geschätzt um 20 Gulden; Viehbestand. Schiebochsen, 1 Kuh, 1 Jungrind; jähliche Steuer: 6 Schillinge 9 Pfennige; (St 320, 77)
1691 stiftet Leib Hanns Ott um 30 Gulden, Stiftmaä 2 Gulden 11 Kreuzer;
– 1691: 6. Februar verheiratet sich Johannes Ott, Eltern: Caspar und Maria, mit Maria Haidvögtlin, Weichs
– 1697-1701: Hannß Ott, Stift 2 Gulden 11 Kreuzer 3 Heller, 1 Henne, Kirchentracht 4 Kreuzer; gezahlte Stift: 2 Gulden 15 Kreuzer; NB. Anno 98, 9. Juni seien ihm verkauft worden 6 Strich Korn zu 2 Gulden 30 Kreuzer; (1 Schäffel = 12 Strich) (Kl A Ic 11, 100)
1730 13. November stiftet Leib auf sich Veith Ott 30 Gulden, Leykauf 1 Gulden 30 Kreuzer;
– 1730: 27. November verheiratet sich Vitus Ott, Eltern: Johannes und Maria, Plöcking; mit Elisabeth Moser, Plamosen;

– 1745: 23 November verheiratet sich Vitus Ott, Witwer, mit Walburga Pök, Graßenhag;
1765 13. Mai stiftet auf sich Leib Bartholomä Grueber, 30 Gulden, Leykauf 1 Gulden 30 Kreuzer, Anfall 10 Gulden;
– 1762 6. September verheiratet sich Bartholomäus Grueber, Scheyern, Eltern: Franz und Anna Maria, Scheyern; mit Anna Maria Kölbl, Ilmmünster;
1792 30. Dezember stiftet dieser (Bartholomäus) Leib auf seinen Sohn Franz Grueber 30 Gulden, Anfall 1 Gulden 30 Kreuzer;
„Anfall fällt weg, weil dieser dem Vater hat bar bezahlen müssen, weil der das Gut käuflich an sich gebracht hat.“
– 1800: 5. Mai verheiratet sich Franz von Paul Grueber, Elter: Bartholomäus und Maria, mit Katharina Reif, Ilmried; (KL 94, 329)
– 1730-1802: Stift: 2 Gulden 11 Kreuzer 3 Heller, Kirchentracht 4 Kreuzer, 1 Henne, Infulsteuer 1734, 22 Kreuzer; (KL 15, 51; KL 17, 50)
Umlags – Buch 1773:
Veith, jetzt Bartlme Grueber, Noder-Gütl, Hoffuß 1/16; Fourage-Anlage 26 1/4 Kreuzer; Vorspann-Anlage 4,5 0,5/8 Kreuzer; Herdstätte-Anlage 25 Kreuzer; Summe 55 Kreuzer; Steuern 54 Kreuzer; (B 28, 10)

1804 9. Januar Franz Grueber verheiratet sich (II. Ehe), mit Walburga Schönauer, Mitterscheyern;
Kinder: Anna Maria, * 5.11.1804; Walburga * 1.6.1806; Katharina, * 17.11.1812; Joseph, * 25.4.1817; Jakob, * 21.7.1820; Franziska, * 4.3.1810;
1832 21. Februar verheiratet (mit Übergabe) Georg Gruber, * 5.4.1808, + 9.6.1855; mit A. Maria Stark, Ziegelnöbach, * 30.6.1808, + 8.12.1883,
8 Kinder, davon überlebend: Magdalena, * 14.12.1832; + 12.11.1901; Theres, * 21.12.1834; + 15.12.1900; Kaspar, * 8.8.1836, + 21.4.1844; A. Maria, * 19.9.1839; Kreszenz *20.10.1842; Anna Maria, * 16.5.1848, + 25.2.1908;
1868 7. Juli verheiratet sich (mit Übergabe) Michael Schrätzenstaller, * 5.10.1840, + 12.7.1895, mit Grueber Anna Maria, Plöcking, * 16.5.1848, + 25.2.1908;
10 Kinder, davon überlebten: Michael, 25.9.1874; Joseph, * 5.3.1879; Creszenz, * 1.3.1876, Dominikanerin, Amerika; Maria, * 2.7.1877, verh. 15.7.1903 mit Joseph Bolzer, Großenhag; Theres, * 6.9.1881, verh. 15.2.1904, mit Jakob Griebel, Pfaffenhofen;
1904 18. Mai verheiratet sich (mit Übergabe) Michael Schrätzenstaller, * 25.9.1874, + 28.4.1940, mit Magdalena Thaler, Preinerszell, * 30.9.1875;
Kinder: Magdalena, Michael, Joseph, Simon, Johann, Johanna, Kreszenz;
1932 übergegangen an Familie Schachtner. Diese zog 1934 nach Fahlenbach 50.
1934 gekauft von Ludwig Fuchs, * 1903 in Dettenhausen bei Abens, verh. 1934 mit Gertrud Thalmaier, Gundamsried, * 1912;
1951 2. April Georg Eichner und Gertrud Fuchs;
Grundsteuerkataster 17 111, Niederscheyern, 1863, S. 123
Ortschaft Plöcking, Haus – Nr. 2
Hannerl Georg Grubers Witwe Anna Maria

Den Hammershof hat Anna Maria Gruber, geborene Stark, in Folge Verlassenschaftsverhandlung vom 11. April 1856 auf das Ableben ihres Ehemanns Georg Gruber, mit welchem dieselbe nach Ehevertrag vom 3. Februar 1832 in Gütergemeinschaft lebte, einschließlich der Objekte, Plan Nr. 471 in der Steuergemeinde Hettenshausen und Plan Nr. 325, 329, 453 und 456 in der Steuergemeinde Mitterscheyern im Anschlag zu 2 385 Gulden zum Alleineigentum erworben.

Der Hannerlhof im Jahr 1863
Nr. Bezeichnung Fläche Nr. Bezeichnung Fläche

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415 Wohnhaus mit Stall, Stadl mit Wagenhäusl, Streuschupfe und Hofraum 0,16
416 Gras-Baum-und Wurzgarten, der Hausgarten mit Backofen 0,66
423 Spitzacker und Karlackerl 1,68
428 Vogelheerd, Acker 1,15 Gemeinderecht
431 Thalwegacker 0,77 Zu einem ganzen Nutzanteil an den
435 Langacker 1,18 noch
444 Bergholz 0,85 unverteilten Gemeindebesitzungen bei
456 Maiszellholz 1,29 Haus Nr. 10 in Plöcking.
461 Das Leitl, Acker 1,21 Zusammenstellung
469 Stieglackerl 0,56 Fläche: 13,62 Tagwerk
486 Bergacker 0,80 Verhältniszahl: 100,70
489 langer Acker im Niederscheyererfeld 1,06 Einfache Grundsteuer:
499 Tafelmühlacker 0,53 1 Gulden 40,70 Kreuzer
530 Mühletholz 1,72

Übernommen aus:
Haus- und Familiengeschichte der Pfarrei und Hofmark Scheyern Band II Scheyern – Ost