Plöcking

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9. Lehen Hoisl

Hausnummer 4 (ab 1876 Seitz)

Wie die übrigen Anwesen von Plöcking entstand auch dieses um 1300. Grund und Boden dazu wurde durch Rodung des Waldes gewonnen. Dazu kamen noch etwa 3 Tagwerk Wald hinzu. Im 15. Jahrhundert hießen die Besitzer „Würstel“ und „Steffel Stestill“. Diese Namen sind ein Hinweis auf die Sprache der Landsknechte. Der Name Hoisl kommt von der Familie Hoisl, Hoiß, bzw. Huisl; die von 1699 bis 1810 das Anwesen inne hatte. 1876 wurde das Anwesen von Adam Detter, Seitz-Anwesen, gekauft und übernahm von da an auch den Hausnamen „Seitz“.

Um 1300 als eines der 9 Lehen von „Pleching“ entstanden.
Die jährliche Abgabe beatrug 20 Pfennige;
1413-1466 Würstl, zahlt jährlich 20 Pfennige;
1467-1487 Steffel Stestill, zahlt jährlich 20 Pfennige; ab 1487 60 Pfennige; ab 1484 zusätzlich noch 1 Stiftmaß, 1 Stifthenne; (KL 79, KL 80, KL 81, KL 82)
– 1485: Steffel Ste-still, 20 Pfennige, Stiftmaß, Stifthenne;
„Wir haben mit ihm abgerechnet; und wir schulden ihm noch für seine Arbeiten 7 Schillinge und 14 Pfennige; dies zahlten wir indem wir die Gilt, die Steuer und anderes abgezogen; wir schulden ihm noch (von einer alten Schuld) 12 Schillinge, (KL 82, 61)
1497 Wastl Dürr, 9. Lehen, 60 Pfennige, 1 Maß Wein, 1 Henne, Mai-und Herbststeuer 26 Pfennige;
Harnasch – Buch
– 1480: Steffel ste still, Haube, Handschuhe, Spieß
– 1492: Steffel ste still / Six Newmair, Hannes Schlutenperger; überzogene Eisenhaube, Handschuhe, Helmparten, Degen;
1500 Bastl Thirr, 2 Schillinge 1 Maß Wein, 1 Henne, Mai-und Herbststeuer 26 Pfennige;
1515 Sixt Neumayr
1520 Leonhard Thirr 6 Gulden;
1528 Christoph Springer 4 Gulden;
1530 Hans Schletteperger, stiftet für 6 Gulden, „So er aber die Hofarbeit nicht verrichtet, ist er zu geben schuldig 1 Pfund Pfennige,“ (sonst jährlich 60 Pfennige);
1560 Jacob Hueber 12 Pfund Pfennige;
1572 Hanns Sparber 15 Pfund Pfennige;
gibt jährlich „wenn er arbeitet 2 Schillinge, Stiftmaß 14 Pfennige, 1 Henne, Mai-und Herbststeuer 26 Pfennige, wenn er nicht arbeitet, gibt er (statt der 2 Schillinge) 1 Pfund Pfennige; (KL 65, 72)
1598 Hanns Rädlinger 20 Gulden;
1603 Mathes Springer 20 Gulden;
1632 Jacob Springer, „Er gibt für die 2 Schillinge, jährlich 1 Pfund Pfennige, neben der Hofarbeit; so er die Hofarbeit nicht verrichten kann, ist er schuldig, einen anderen annehmlichen an seiner statt zu stellen.“ Landschuld 30 Gulden;
1634 hat es angefangen, öd zu liegen;
1636 „ist der Mayr wieder ins Land gekommen;“
1647 2. Januar, kauft ihm ab Hanns Schachner, um 50 Gulden, Leykauf 1 Gulden 30 Kreuzer; Anfall 2 Gulden 33 Kreuzer 2 Pfennige; behält des Springers Leib, j6auml;hliche Abgabe: 1 Gulden 1 Schilling, 1 Stiftmaß 14 Pfennige, Mai-und Herbststeuer 26 Pfennige, 1 Henne;
1651 stiftet auf sich Leib Christoph Geiger 12 Gulden, jähliche Gilt: 2 Gulden 14 Pfennige, 1 Henne, Mai- und Herbststeuer 26 Pfennige;
1663 kauft ihm ab Andre Eder um 50 Gulden, Anfall 2 Gulden 30 Kreuzer;
1666 Stiftet Eder auf seinen Sohn Sebastian, 6 Gulden;

„Es ist der Landschuld halber verglichen worden, daß er die Summe von 57 Gulden, die er von Gaiger (Zaiser ?) von Grubhof (=Gründholm) einzufordern habe, fallen lasse, bei dem abgebrannten Gut weiter nichts fordere, aber daß er 6 Gulden, samt Leykauf 1 Gulden 30 Kreuzer bezahlen soll.“
– 1673, 20. Juni, verheiratet sich Sebastian Eder, Plöcking, Eltern: Andreas und Margaretha, mit Maria Osterhueberin, Fernhag; (KL 94, 333)
Steuerbeschreibung 1671:
Andre Eder, jährliche Gilt: 2 Gulden 11 Kreuzer 3 Heller; Leibgedinggerechtigkeit 1666, 10. April vom Kloster erkauft um 6 Gulden, jetzt geschätzt um 18 Gulden; Viehbestand: 1 Öxl, 1 Kuh, 1 Jungrind; jähliche Steuer: 4 Schillinge 9 Pfennige; Verpflichtungen, bzw. sonstiges Vermögen: Zum Gotteshaus von Niederscheyern hat er 5 Gulden Kapital; (St 320, 76)
1676 16. Juni Georg Wergenthaler, Pfaffenhofen, verheiratet sich mit Maria Ederin, Witwe, Plöcking; (Pfarrm.)
– 1697-1701: Georg Wergenhaller, Stift: 2 Gulden 11 Kreuzer 3 Heller, Kirchentracht 4 Kreuzer; gezahlte Stift: 2 Gulden 15 Kreuzer; (KL A Ic 11, 101)
1699 24. April ist Georg Hoisl als Mayr aufgenommen worden; er behält des Georg Wernthalers Leib; Anfall 3 Gulden
– 1699 7. Mai, verheiratet sich Georg Huisl, Ilmmünster, mit Anna Öderin, Plöcking; Eltern: Sebastian und Maria;
1709 10. November stiftet Leib Gerog Hoisl auf seinen Sohn Georg Hoisl 25 Gulden, Leykauf 1 Gulden;
1739 28. September stiftet Leib auf sich Benedikt Hoiß 25 Gulden, Leykauf 1 Gulden, Infulsteuer 22 Kreuzer 2 Pfennige;
– 1739: 12. Oktober verheiratet sich Benedikt Hoys, Eltern: Gerog und Anna, mit Rosina Lachner, Fernhag;
1767 24. April stiftet Leib auf sich Veith Hoiß 25 Gulden, Leykauf 1 Gulden;

– 1771: 24. September verheiratet sich Vitus Hoiß, Plöcking, Eltern: Benedikt und Theresia, mit Maria Weiß, Walkersbach; (KL 94, 333, Pfarrm.)
– 1730-1802: 9. Hoflehen, Benedikt Hoiß Veith Hoiß, Stift: 2 Gulden, 11 Kreuzer 3 Heller, Kirchtracht 4 Kreuzer; 1 Henne, Infulsteuer, 1734, 22 Kreuzer; (KL 15, 51; KL 17, 50)
Umlags – Buch 1773
Benedikt, jetzt Veith Hoiss, Ortmayr-Gütl, Hoffuß 1/16;
Fourage-Anlage 26 1/4 Kreuzer; Vorspann-Anlage 4,5 0,5/8 Kreuzer;
Herdstätte-Anlage: 25 Kreuzer; Summe 55 Kreuzer; Steuern 36 Kreuzer 6 Heller;
1804 19. Novemeber verheiratet sich Andreas Hoiß, Eltern: Vitus und Maria, mit Ursula Hueber, Jachenhausen;
– Um 1821 Benno Kratzer
1836 27. Januar verheiratet sich Joseph Kratzer, * 17.3.1806, Gundackersdorf, bei Weichs, + 31.5.1870 mit Kreszenz Pfab, * 21.4.1811
13 Kinder, davon überlebend: Gerog, * 11.4.1835, Creszenz, * 1.5.1844, verh. Moser, am 27.10.1868; Magdalena, * 20.7.1845, verh. Böhm, Euernbach;
1865 18. August, verheiratet sich (mit Übergabe) Georg Kratzter, * 11.4.1835, mit Walburga Walcher, * 3.8.1846 Lohwinden;
11 Kinder, davon überlebend: Creszenz, * 21.9.1866, verh. Merxmüller; Rupert, * 24.9.1869; Maria, * 14.1.1876; Magdalena, * 30.3.1879;
– 1876 angekauft von Adam Detter, Seizanwesen, Hr. 7 (Siehe Nr. 7 !)
1902 im Haus: Ulrich Breitsameter,
Ulrich Breitsameter, * 10.7.1874, Kimberg, Pfarrei Rohr, verheiratet mit Franziska Detter, * 6.7.1883;
Kinder: siehe Nr. 5, Brandl !
1905 eingetauscht gegen das Anwesen Nr. 5, Brandl !

Grundsteuerkataster 17 111, Niederscheyern 1863, S.127
Ortschaft Plöcking, Haus – Nr. 4
H o i s Georg Kratzer
Den Gesamtbesitz laut Briefs vom 11. August 1859 von den Eltern Joseph und Creszentia Kratzer mit Plan Nr. 323 und 330 in der Steuergemeinde Hettenshausen, – Plan Nr. 470, 471, 475- und einem Teil von Plan Nr. 469 in der Steuergemeinde Mitterscheyern, dann mit Mobilien und Moventien um 3500 Gulden übernommen.

Das Hoißengütl im Jahr 1863
Nr. Bezeichnung Fläche Nr. Bezeichnung Fläche

Das Hoißengütl mit der unausscheidbaren walzenden Waldzelle unter Plan Nr. 523. 413 Wohnhaus mit Stall, Stadl und Wagenschupfe, Hofraum u. Grasgarten 0,21
414 Gras-Baum-und Wurzgarten, der Hausgarten mit Back-und Waschhaus 0,66
425 Falteracker 0,95 Gemeindegerecht
427 Vogelheerd 0,77 Zu einem ganzen Nutzanteil an den
433 Maiszellacker 0,49 noch
452 Maiszellholz 1,18 unverteilten Gemeindebesitzungen bei
470 Wegackerl, oder Kreuzackerl 0,67 Haus Nr. 10 in Plöcking.
472 Falterackerspitzl 0,07
479 Steinberg, Acker 1,08 Zusammenstellung
488 untere Leiten, Acker 1,18 Fläche: 11,81 Tagwerk
509 langer Acker 1,12 Verhältniszahl: 88,52
523 Mühletholz 3,43 Einfache Grundsteuer:
1 Gulden, 28,52 Kreuzer;

Übernommen aus:
Haus- und Familiengeschichte der Pfarrei und Hofmark Scheyern Band II Scheyern – Ost