Plöcking

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6. Lehen Fenz

Hausnummer 6

Dieses Anwesen entstand, wie die übrigen von Plöcking, um 1300 bei der Errichtung der Ortschaft „Pleching“. Beherrschende Familie im 15. Jahrhundert waren die „Mertl“, die schon 1413 auftraten. Möglicherweise ist der Mertl Holzhauß, der 1413 auftritt, ein Besitzer unseres Anwesens. „Holzhauser“ kommen schon 1339 vor. Mertl ist die Abkürzung von Martin. Um 1500 kommt ein starker Wechsel der verschiedenen Namen vor. So lesen wir „Reyser“, „Weber“, alias „Zucker“, „Ragenörl“. Nach der Steueranlage um 1500 zu schließen hat man den „Reyser“ auch „Reichl“ genannt.
Der Hausname „Fenz“ kommt von Wenzeslaus Hainzlmayr, der 1691 auf dem Anwesen ansässig war.

Um 1300 das Lehen zahlt jährlich 20 Pfennige;
1339-1363 Holzhauser, Holzhuser, zahlt 20 Pfennige; (KL 77)
1413 Mertl Holzhawß 20 Pfennige;
1417 Mertl Schitperger 20 Pfennige (KL 78)
1420 Mertl 20 Pfennige; (KL 78)
(NB. bis 1417 ist die Zuordnung zu unserem Lehen nicht ganz sicher)
1436-1448 Mertl, 20 Pfennige;
– 1448, Mertl, 20 Pfennige und für die Wiese 70 Pfennige, er hat für 13 Schillinge und 10 Pfennige gearbeitet. (KL 79)
1450-1480 Mertl 20 Pfennige;
1484 Hansel Mertl, 20 Pfennige, Stiftmaß, Stifthenne;
„Wir haben mit ihm abgerechnet, und wir schulden ihm 5 Gulden 4 Pfennige; für all dies haben wir ihm Genüge geleistet in Geld, indem wir den Küchendienst des Fraters Ludwig abgezogen haben. Er schuldet aber uns noch 11 Schillinge;“ (KL 82, 19)
1487 Hansel Mertl 60 Pfennige; (KL 82, 178)
1497 Reyser, Weber, oder auch Zucker, Ragerorl, Lehen 60 Pfennige, 1 Maß Wein, 1 Henne, Mai- und Herbststeuer 26 Pfennige; (KL 83, 173)
Harnasch – Buch
– 1480: Hansel Mertel, Haube, Handschuhe, Spieß
– 1492: Hannsel Mertl / Jorig Lang (?), Eisenhaube, Handschuhe, Helmparten, Degen;
Steueranlage (KL 19 1/2, 15 u. 172)
– 1507: Hanns Reichl, hat 1 Roß, ist nicht 10 Schillinge wert, keine Kuh, 2 junge Gaißl, beide für 60 Pfennige, Fahrnis um 28 Pfennige;
– 1516: Zimmer, Herrnengunst, 12 Pfund, 1 Roß für 12 Schillinge, 2 Kühe für 26 Schillinge, 1 Jungrind für 1 Gulden, 2 Gaißen 4 Schillinge, 1/2 Ymbt 45 Pfennige, macht 18 Pfund 2 Schillinge 15 Pfennige, er hat gegeben 4 Schillinge 26 Pfennige 1 Heller;
1500 Rayser, Weber, oder Ragenörl, 2 Schillinge, 1 Maß Wein, 1 Henne, Mai-und Herbststeuer 26 Pfennige;
1502 Wolf Wergenthaler
1505 Hanns Rachel
1520 Plasi Peyrl „So er aber die Hofarbeit nicht verrichtet, muß er geben 1 Pfund Pfennige;
1550 Hanns Schmidt stiftet für 4 Pfund Pfennige, Gilt: 2 Schillinge 20 Pfennige;
1563 „Kommt ein Wiesenacker hinzu, von Jacob Hueber, gibt davon 20 Pfennige;
1571 Leonhard Peyrl, stiftet für 15 Pfund Pfennige;
– 1574: „Ist der Wiesacker dem Martin Peyrl zugeschrieben worden“;
Gilt: wenn er arbeitet 70 Pfennige, wenn er nicht arbeitet 1 Pfund Pfennige;
1578 Christoph Sparber stiftet für 14 Pfund Pfennige;
1619 Wolf Hindermair, 25 Pfund Pfennige;
1628 Abraham Glazmair, 22 Gulden, „Es ist ihm vergönnt worden, auf Widerruf, durch einen anderen die Hofarbeit zu verrichten, muß deswegen aber aber 5 Schillinge 20 Pfennige mehr geben; und muß an dessen statt die Scharwerk verrichten, so für ihn dieser die Hofarbeit verrichtet“.
1618 kauft Leib Jacob Schmidhofer um 45 Gulden, Anfall 2 Gulden 15 Kreuzer, bleibt alte Gilt: 2 Schillinge 10 Pfennige, Stiftmaß 14 Pfennige, 1 Henne; Mai- und Herbststeuer 26 Pfennige;
„Wenn er nicht arbeitet, muß er um 5 Schillinge 20 Pfennige mehr geben“. (KL 94, 321)
Steuerbeschreibung 1671:
Jacob Schmidhofer, jährliche Gilt: nur 31 Kreuzer 3 Heller Leibgedingsgerechtigkeit, die er auf Abraham Glazmeiers Leib genossen, ist abgestorben; er hat sie 1641 von Glazmeier an sich gebracht für 45 Gulden, jetzt geschätzt um 25 Gulden;
Viehbestand: 1 Schieboxen, 1 Kuh, 1 Jungrind, 1 Kuh bei Gerog Obisser in Zell im Bestand;
jählriche Steuer 6 Schillinge 9 Pfennige; (St 320, 76)
1691 stiftet Wentzl Hainzlmayr 30 Gulden, Anfall 2 Gulden 30 Kreuzer, Stiftmaß, 1 Henne, Kirchtracht 4 Kreuzer;
– 1691, 26. Februar verheiratet sich Wenceslaus Hainzlmayr, Gerltshausen, mit Anna Schmidhoverin, Plöcking, Eltern: Jacob und Ursula;
– 1712, 12. Juli verheiratet sich Wenceslaus Hainzlmayr, Witwer mit Catharina Millerin, Mitterscheyern; (KL 94, 321)
– 1697-1701: Wenceslaus Hainzlmayr, Stift: 2 Gulden 34 Kreuzer 1 Henne, Kirchtracht 4 Kreuzer, gezahlte Stift: 2 Gulden 38 kreuzer; (KI AIc 11, 98)
1731 26. August stiftet Leib dich Franz Müller um 30 Gulden, Leykauf 1 Gulden, Infulsteuer 22 Kreuzer 2 Pfennige;
– 1731, 7. August verheiratet sich Franz Miller, Habertshausen, mit Elisabeth Lakner, Fernhag;
(NB. Die 30 Gulden Leibstift hat sein Schwiegervater Georg Lachner, Wagner, Fernhag, durch Arbeit gutgemacht.)
– 1735, 22. Juni Vermöge Briefs vom 22. Juni 1735 hat das Kloster für Wenzl Hainzlmayr in Pfaffenhofen Geld erlegt, 30 Gulden; –bezahlt am 28. Juni 1736; (KL 15, 50)
1771 13. April stiftet Leib auf sich Mathias Müller um 30 Gulden, Leykauf 1 Gulden;
– 1771, 29. April verheiratet sich Mathais Müller, Plöcking, mit Walburga Elfinger, Ilmmünster;
1797 3. Februar stiftet Leib auf sich Joseph Müller, dessen Sohn, um 30 Gulden, Leykauf 1 Gulden;
– 1797, 21. Dezember verheiratet sich Joseph Müller, Plöcking, * 18.1.1768, + 14.8.1849;
Eltern: Mathias und Walburga; mit Katharina Pauker, Pischelsdorf;
5 Kinder, davon überlebend: Anna Maria, * 30.1.1799, Afra, * 28.8.1804; Theres, * 19.2.1807; (KL 94, 321; Pfarrm.)
– 1730-1802: Stift: 2 Gulden 34 Kreuzer, Kirchtracht 4 Kreuzer; (KL 15, 50; KL 17, 49)
Umlags – Buch 1773:
Franz, jetzt Mathias Müller, Auracher- Gütl;
Hoffuß 1/16, Fourage-Anlage 26 1/4 Kreuzer; Vorspann-Anlage 4,5 0,5/8 Kreuzer, Herdstätte-Anlage 25 Kreuzer; Summe 55 Kreuzer, Steuern 54 Kreuzer;
1841 25. August verheiratet sich (mit Übergabe) Franz X. Furtmayr, Webling, * 15.4.1812, mit Anna Maria Müller, 30.1.1799; Kinder: —
– 1875, 23. September gekauft von Nik. Stimmelmayr;
– 1876, 5. Juli gekauft von Franz Kistler;
– 1877, 20. Februar gekauft von Heinrich Einhorn;
1877 gekauft von Jacob Burghard;
Jacob Burghard, * 24.7.1834, Großenhag, + 4,.11.1905, verheiratet sich am 7.12.1858 mit Anna Maria Eberl, * 25.12.1837, in Fernhag, + 21.5.1899;
7 Kinder, davon überlebend; Magdalena, * 25.11.1859, verh. 14.10.1889 mit Matthä Reimer; Anna Maria, * 8.12.1861, verheiratet am 5.7.1892 mit J. Stegmeier, Euernbach; Joseph, * 13.7.1867; Theres, * 17.2.1871, verh. 1894 mit Jos. Kißlinger, Reisgang;
1894 5. März verheiratet sich (mit Übergabe) Joseph Burghard, * 13.7.1867, Großenhag, + 4.2.1946, mit A. Maria Schwarzbauer, * 15.3.1871, * 20.1.1948;
11 Kinder, davon überlebend: Maria, * 22.3.1895; Theresia, * 9.9.1897, * 5.7.1908; Anna, * 23.5.1900; Rosina, Philomena, Joseph, Therees;
1932 verheiratet sich Josef Burghard, * 1907 in Plöcking mit Anna Breitner, Paunzhausen, + 1913;
1957 Burghard;
1967 Rümmler Willy, und Ehefrau Johanna, geb. Raft

Grundsteuerkataster 17 111, Niederscheyern 1863, S.135
Ortschaft Plöcking, Haus – Nr. 6
Fenz Xaver Furtmeyr, mit Ehefrau Anna Maria
Das Fenzengütl hat die Ehefrau Anna Maria, geborene Müller, laut Briefs vom 15. Oktober 1841 vom Vater Witwer, Joseph Müller samt Haus, Bau-und Viehfarnis um 805 Gulden übernommen, ihrem Ehemann Xaver Furtmeyr nach Ehevertrag vom nämlichen Tage zum Miteigentum angeheiratet mit demselben vollkommene Gütergemeinschaft bezüglich des damaligen und während der Ehe zu erwerbenden Vermögens bedungen.

Das Fenzengütl im Jahr 1863
Nr. Bezeichnung Fläche Nr. Bezeichnung Fläche

Das Fenzengütl mit dem unausscheidbaren walzenden Objekt unter Plan Nr. 477

408 Wohnhas mit Stall und Stadl, Streuschupfe, Back-und Waschhaus; 0,18
409 Gras-Baum-und Wurzgarten mit Hopfengarten, der Hausgarten 0,88
426 Thalwegacker 2,99 Gemeinderecht
453 Maiszellholz 1,26 zu einem ganzen Teil an den noch
457 Maiszellacker 1,41 unverteilten Gemeindebesitzungen bei Haus Nr. 10 in Plöcking
477 hinterer Garten, mit d. walzenden Fenzenacker 2,43
481 Keßellohacker 1,30
508 langer Acker 1,19 Zusammenstellung
512 langer Acker 0,60 Fläche: 13,74 Tagwerk
517 das Angerl, Acker 0,12 Verhältniszahl: 105,53
527 Mühletholz 1,38 Einfache Grundsteuer:
1 Gulden, 45,53 Kreuzer:

Übernommen aus:
Haus- und Familiengeschichte der Pfarrei und Hofmark Scheyern Band II Scheyern – Ost