Plöcking

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3. Lehen Karl

Hausnummer 8

Das Anwesen entstand, wie die übrigen von Plöcking, um 1300, als das Kloster hier eine Siedlung für die Angestellten und Handwerker anlegte. Der Hausname „Karl“ rührt offenbar vom Carl Berger, der um 1691 auf dem Anwesen ansässig war.

Um 1300 Lehen, zahlt jährlich 20 Pfennige;
1300-1436 Lehen, jährlich 20 Pfennige;
1436 Knawsl, jährlich 20 Pfennige;
– 1436-1484 Knewßl, 20 Pfennige (KL 79; KL 80, 81)
(einige Male auch jährlich 40 Pfennige)
– 1450: Jbawsskm 40 Pfennige, „Wir haben ihm wegen der Arbeiten 14 Schillinge und 5 Pfennige verrechnet; wir haben ihm bezahlt 71 Pfennige, und die Abgabe für den Küchendienst auf 6 Schillinge und 5 Pfennige verrechnet; das übrige gaben wir ihm durch Getreide und Käse, er schuldet uns noch 23 Pfennige;“
1484 Wolfgang Obenauß, 20 Pfennige
„Wir haben mit ihm abgerechnet und wir schulden ihm für seine Arbeiten 2 Pfund Pfennige und 11 Pfennige; für all dies haben wir abgeglichen in Geld, indem wir die Gilt und den Küchendienst für den Frater Paul abgezogen haben;
Von alters her schulden wir ihm noch für seine Dienste auf dem Pruelhof 3 Pfund Pfennige;
Er erhielt weiterhin 3 Pfund Pfennige, und damit ist alles abgeglichen; er erhielt weiterhin 30 Pfennige an Johannes Baptist; er erhielt 50 Pfennige an (Mariä) Aufnahme in den Himmel, er erhielt 40 Pfennige am Sonntag vor Michael; (KL 82, 19)
1485-1487 Wolfgang Obenaus, 20 Pfennige, bzw. ab 1487: 60 Pfennige, ab 1484, zusätzlich: 1 Stiftmaß, 1 Stifthenne; (KL 92)
1497 Wolfgang Obenaus, 2. Lehen, 60 Pfennige, 1 Henne, 1 Maß Wein; Mausteuer 13 Pfennige, Herbststeuer 13 Pfennige; (KL 93, 173)


Harnasch – Buch
– 1480:Kneyssel / Wolfgang Obenaus, Haube, Handschuhe, Spieß
– 1492: Wolfgang Obenaus / Wolfgang Haintzlmair / Liendl Scherer; stachelige Haube, zwei Handschuhe, Helmparten, Degen;
Steueranlage ( KL 19 1/2, 16 und 172)
– 1507: Wolfgang Obenauß, hat 1 Roß für 3 Gulden, 2 Kühe für 4 Gulden, 1 Kälbl für 3 Schillinge, Fahrnis mit Haus 40 Pfennige; Zimmer und Gunst Gulden, 1 „Mentl“ Heu;
– 1516: Wolfgang Haintzlmair, Zimmer, Herrengunst, 12 Gulden, 2 Kühe 4 Gulden, 1 Roß 2 Gulden, macht 15 Pfund, hat gegeben 4 Schillinge 6 Pfennige.
1500 Wolf Obenauß, 2 Schillinge, 1 Maß Wein, 1 Henne, Mai- und Herbststeuer 26 Pfennige;
1502 Wolf Hainlmaier stiftet für 2 Gulden;
1520 Hanns Reichel, „wenn er die Hofarbeit nicht verrichtet, muß er geben 1 Pfund Pfennige (sonst 2 Schillinge), Landschuld bezahtl 5 Gulden;
1530 Leonhard Scherer 6 Gulden;
1548 Mathias Peyrl „soll hinfür geben neben der Hofarbeit, 80 Pfennige, so er aber die Hofarbeit nicht verrichtet, 2 Pfund Pfennige,“ Landschuld 5 Gulden;
1567 kommt ein Acker hinzu; Hanns Schmidt gibt dafür 21 Pfennige;
– 1574, kommt ein Wiesacker hinzu, von Christoph Parber erkauft, gibt davon 20 Pfennige;
1591 Paullus Müller 14 Pfund Pfennige;
1598 Marthan Pöckh 20 Pfund Pfennige;
– 1600 kommen andere Äcker und Stückerl hinzu, davon absonderliche Gilt;
– 1605 und 1608 kommen hinzu ein Acker und eine Wiesmadt.
1616 Michael Miller 80 Gulden;
„Er soll für die 80 Pfennige hinfür geben, neben der Hofarbeit, 1 Pfund Pfennige;
1634 hat es angefangen, öd zu liegen; (KL 94, 309)
– 1629-32: Michael Miller, Lehen, jährlich, wenn er arbeitet, 1 Pfund Pfennige, Stiftmaß 14 Pfennige, 1 Henne, Mai- und Herbststeuer 26 Pfennige; wenn er aber nciht arbeitet, gibt er um 5 Schillinge 10 Pfennige mehr; Äckerl 21 Pfennige; Wiesfleck von Christoph Sparber, 20 Pfennige; 2 Wißl auf der Schßr, so hievor Christoph Steidl innegehabe, von einem 20, vom anderer 15 Pfennige, zusammen 1 Schilling 5 Pfennige, Acker im Schärfeld, 2 Schillinge 10 Pfennige, stiftmaß 14 Pfennige; Acker von Georg Heckhmair, jährliche Gilt und Stiftmaß 15 Pfennige; (KL 6, 33)
1640 kauft Leib Jacob Pringer, um 14 Gulden, verbleibt alte Gilt;
Stift: jährlich 1 Gulden 1 Schilling 15 Pfennige, Stiftmaß 14 Pfennige, 1 Henne;
1651 stiftet auf sich Leib Martin Miller um 14 Gulden, jährliche Gilt in allem ist 3 Gulden 18 Kreuzer 4 Heller, 1 Henne;
– 1647 6. Juli verheiratet sich Martin Müller, Plöcking, mit Rosina Ostermair, Mitterscheyern; (KL 94, 309)
Steuerbeschreibung, 1671
Martin Müller, jährliche Gilt: 3 Gulden 21 Kreuzer; Leibgedingsgerechtigkeit vom Kloster 1651 um 24 Gulden erkauft, jetzt geschätzt auf 24 Gulden; Kalb, 1 Zuchtsau, 1 Kuh im Bestand von Eva Schwaigerin, 1 Impp; jährliche Steuer: 7 Schillinge 18 Pfennige; (St. 320, 74)
1690 stiftet Millers Witwe auf ein unbenanntes Kind Leib um 40 Gulden,
– 1690, 21. Juni ist ihre Tochter Ursula ernannt worden.
– 1691, 5. November verheiratet sich Ursula Müllerin, Plöcking mit Carl Berger, Oglhausen; (Pfarrmatr.; KL 94, 309)
– 1697-1701: Das dritte Hoflehen, Stift: 3 Gulden 21 Kreuzer, 3 Heller, 1 Henne; Kirchentracht 4 Kreuzer; gezahlte Stift: 3 Gulden 25 Kreuzer, „durch Arbeit“ gezahlt. Wegen eines Ackers im Pfarrfeld; 34 Kreuzer;
– 1701: durch Arbeit 1 Gulden, in Geld 2 Gulden 25 Kreuzer (abegolten) (Kl A 1c 11, 95)
1736 14. Januar stiftet Leib Blasi Pfab für 35 Gulden, Leykauf 1 Gulden 30 Kreuzer;
– 1736, 7. Februar verheiratet sich Blasius Pfaw, Grainstetten, mit Maria Perger, Plöcking, Eltern: Carl und Ursula;
1764 25. Mai stiftet auf sich Leib Andre Dellicher, um 35 Gulden, Leykauf 1 Gulden 30 Kreuzer; Infulsteuer 22 Kreuzer 2 Pfennige;
– 1770, 30. April verheiratet sich Andreas Dellinger, Witwer, Plöcking, mit Maria Michel, Giegenhausen;
– 1774, 31. Januar verheiratet sich (III. Ehe) Andreas Dellinger, Witwer, Plöcking, mit Maria Elfinger, Scheyern;
1795 16. November stiftet auf sich Leib, Martin Pfab, um 35 Gulden, Leykauf 1 Gulden 30 Kreuzer;
– 1795, 24. November verheiratet sich Martin Pfab, Pischelsdorf * -, + 21.12.1849; Maria Dellinger, * 6.12.1774, + 4.4.1834, Eltern: Andreas und Maria;
9 Kinder, davon überlebend: Johann * 27.7.1797; Georg, * 29.3.1799; Ursula, * 3.11.1801; Michael, * 30.8.1806; Martin, *23.9.1808; Kreszenz, * 21.4.1811; Simon, * 27.10.1815;
– 1730-1802: Stift: 3 Gulden 21 Kreuzer 3 Heller, Kirchentracht 4 Kreuzer; 1 Henne, „die Millerin wegen eines Ackers im Scharfeld 34 Kreuzer“ gezahlte Stift: 3 Gulden 59 Kreuzer 3 Heller; Infulsteuer, 1734: 22 Kreuzer; (KL 15, 48; u. KL 17, 47)
U m l a g s – B u c h 1773:
Blasy Pfab / jetzt Andre Dellinger, Martin Pfab, Pichler-Gut, Hoffuß 1/16 Fourage-Anlage: 26 1/4 Kreuzer; Vorspann-Anlage: 4,5 0,5/8 Kreuzer; Herdstätte-Anlage 25 Kreuzer; Summe 55 Kreuzer; Steuern: 1 Gulden 5 Kreuzer 2 Heller; (B 28, 10)
1841 22. September verheiratet sich (mit Übergabe) Simon Pfab, * 27.10.1815, + 3.3.1867; mit Kreszenz Wehrmann, Schacha, * 26.12.1814, + 22.6.1891;
Von 11 Kindern überlebend: Theresia, * 1.3.1845, verh. 1873 n. Hirschenhausen; Joseph, * 27.1.1850, + 8.2.72 (Lazarett, München); Simon, * 24.1.52; Creszenz, * 5.5.53; A.Maria, * 4.4.55, + 6.8.81; Ursula, * 24.10.56; Walburga, * 23.1.1859;
1876 23. Februar verheiratet sich (mit Übergabe) Johann Nep. Gutjahr, * 1.5.1848, + 12.5.1899; mit Ursula Pfab, * 24.10.1856, + 28.2.1912;
12 Kinder, davon überlebend: Anna, * 1.12.1876, Dominikanerin in Amerika, + 6.7.1893; Paul, * 31.1.1878; + 23.8.1881 (ertrunken); Johann, * 17.12.1879, + 20.8.1909; Maria, * 1.2.1881 Dominikanerin, + 2.3.1925; Joseph, * 21.3.1883; + 4.6.1914; Anton, * 29.5.1885, + 21.4.1902; Alois, * 9.5.1889, + 8.8.1910; Paul, * 2.6.1891, + 21.12.1908; Walburga, * 6.7.1893; Peter, * 4.6.1897, + 27.7.1917 (Krieg)
1909 6. August übergeben an Joseph Gutjahr, * 21.3.1883; verheiratet am 25.10.1909 mit Regine Marquart, * 30.9.1887;
Kinder: Maria und Regina;
1913 übergangen durch Kauf an Michael Schrätzenstaller (von Nr. 3, Bauer)
1933 übergeben an Michael Schrätzenstaller, * 1906, verheiratet 1933 mit Maria Scheitl, * 1910 in Wolfsber;
1961 übergeban an Michael Schrätzenstaller, verh. mit Anna;

Grundsteuerkataster 17 111, Niederscheyern 1863, S.143
Ortschaft Plöcking, Haus – Nr. 8
Karl Simon Pfab, mit Ehefrau Creszentia
Das Karlgütl hat der Ehemann Simon Pfab laut Briefs vom 4. September 1841 von seinem verwitweten Vater Martin Pfab mit dem walzenden Ebenacker unter Plan Nr. 484, Plan Nr. 358 unter Lit B, Plan Nr. 468 in der Steuergemeinde Mitterscheyern, Plan Nr. 236 in der Steuergemeinde Reichertshausen, Plan Nr. 1087 und 1092 in der Steuergemeinde Scheyern, dann mit Haus-Bau-und Viehfahrnis um 2 175 Gulden übernommen, seiner Ehefrau Creszentia geborene Mehrmann, nach Ehevertrag vom nämlichen Tage zum Miteigentum angeheiratet und mit derselben bezüglich des damaligen und Künftigen Vermögens vollkommene Gütergemeinschaft geschlossen.

Das Karlgütl im Jahr 1863
Nr. Bezeichnung Fläche Nr. Bezeichnung Fläche

A. Das Karlgütl mit den unausscheidbaren walzenden Objekten unter Plan Nr. 424, 484 und 535

403 Wohnhas, Streuschupfe, Stadl mit Kühstall und Wagenschupfe, Back-und Waschhaus, Hofraum und Wurzgarten 0,22
404 Gras-Baum-und Wurzgarten, der Hausgarten 0,64
424 Falteracker 2,03
446 Weblingerholz 0,82 Gemeinderecht
449 äußeres Maiszellholz 0,76 zu einem ganzen Teil an den
462 innerer Maiszellacker 1,05 noch unverteilten Gemeindebesitzungen
463 Washoferleit mit Wieslegl/ Acker mit Wiese 2,44 bei Haus Nr. 10 in Plöcking
480 Kellelböhre, Acker 1,28
484 Ebenleitl, Acker 2,89 Auswärtiger Gutsbestandteil
492 Logenacker 0,93 siehe Steuergemeinde Scheyern
493 unterer Logenacker 0,74 Plan Nr. 360 und 361
528 oberes Mühletholz 2,18 Zusammenstellung
535 Holzacker 6,82 Fläche: 26,63 Tagwerg
Walzende Besitzungen Verhältniszahl: 244,68
358 Leim- und Backeracker 1,23 Einfache
490 langer Acker 1,18 Grundsteuer:
526 Mühletholz 1,42 4 Gulden 4,68 Kreuzer

Übernommen aus:
Haus- und Familiengeschichte der Pfarrei und Hofmark Scheyern Band II Scheyern – Ost