Plöcking

Plöcking header image 3

7. Lehen Seitz

Hausnummer 4

Dieses Anwesen entstand, wie die übrigen von Plöcking, um 1300. Die beherrschende Familie im 15. Jahrhundert waren die „Michl“, bzw. „Sixt Michel“. Auch um 1500 kommt ein Sixt Michel vor. Von ihm stammt wahrscheinlich auch der Name „Seitz“, eine Abwandlung von „Sixt“. Das Anwesen wurde um 1876 mit den Anwesen Nr. 4, Hoisl, vereinigt.

Um 1300 Lehen, jährliche Abgabe 20 Pfennige;
1300-1436 Weber, 20 Pfennige;
– 1436 Alt Weber, 20 Pfennige; (KL 79, 9)
1439-1480 Michel, 20 Pfennige; (KL 79, 80, 81)
1484 Sixt Michael, 20 Pfennige, Stiftmaß, Stifthenne;
„Wir haben mit ihm abgerechnet und wir schulden ihm von 5 Schillinge 7 1/2 Pfennige; wir haben alles ausgeglichen, indem wir die Gilt abgezogen haben. Er erhielt von uns am Notag von Christi 30 Pfennige; (KL 82, 19)
– 1487: Sixt Michael, 60 Pfennige, Stiftmaß, Stifthenne; (KL 82, 178)
1497 Sixt Michel, 7. Lehen, 60 Pfennige, 1 Maß Wein, 1 Henne, Mai- und Herbssteuer 26 Pfennige; (KL 83, 173)
Harnach – Buch
– 1480: Michel Six, Haube, Handschuhe, Spieß;
– 1492: Sixt / Jorig Obser, Eisnhut, Haube, Kettenhandschuhe, hacketen Spieß, Messer,
Steueranlage: (KL 19 1/2, 15 u. 172)
– 1507: Matheis Werlmair hat ein Fohlen für 2 Pfund; 2 Kühe für 4 Gulden, 1 Kälbl 60 Pfennige, hat auch eine Wismat 8 Gulden, Zimmer und Gunst um 14 Gulden;
– 1516: Jörig Obser, Zimmer, Herrengunst, 12 Pfund, 1 Roß 10 Schillinge, 1 Kuh für 10 Schillinge, 1 Kalb 80 Pfennige, 2 Gaiß 3 Schillinge 21 Pfennige 1 Heller;
1500 Sixt Michael, 2 Schillinge, 1 Maß Wein, 1 Henne, Mai-und Herbststeuer 26 Pfennige;
1505 Mathes Wallermeier;
1510 Georg Obiser stiftet für 4 Gulden; (KL 94, 325)
– 1525-29: Georgius Obser, 60 Pfennige, 1 Maß Wein, 1 Henne, er hat auch eine Wiese bei Pfaffenhofen, von der gibt er 9 Schillinge, 6 Pfennige Stiftrecht, und es dauert 28 Jahre einschließlich. (KL 86, 38)
1545 Georg Obiser gibt zur Gilt 4 Schillinge 15 Pfennige; Elisabeth, die Witwe stiftet für 6 Pfund Pfennige;
1555 Marthin Singer stiftet für 4 Pfund Pfennige;
„sagt das Salbuch, er gab nur 2 Schillinge, so er aber die Hofarbeit nicht verrichtete, 1 Pfund Pfennige;
– 1560:“Es sagt das Salbuch, die Wiese bei Altenstadt (Pfaffenhofen) ist bei der Huebe zu Heißmaning zu finden.“
1572 Hanns Schmauß stiftet für 13 Pfund Pfennige;
1574 Sebastian Garttner stiftet für 12 Pfund Pfennige,
„Es ist ihm die Hofarbeit nachgelassen worden, deswegen er muß zur Gilt geben 1 Pfund Pfennige,“
– 1574-78: Hanns Schmaus, 2 Schillinge, wenn er arbeitet, wenn nicht 1 Pfund Pfennige, Stiftmaß 14 Pfennige, 1 Henne, Mai-und Herbststeuer 26 Pfennige;
– 1574, 3. September Sebastian Garttner hat das Lehen, ist die Hofarbeit entlassen, järhlich 1 Pfund Pfennige, samt dem „kleinen“, Neustift 12 Gulden; (KL 65, 70)
1594 Christoph Osterhuber 24 Gulden, „soll die Hofarbeit verrichten und zur Gilt geben 2 Schillinge;“
1596 Martin Daller stiftet für 20 Gulden;
1602 Michael Höld 24 Gulden
1607 Georg Pfab 30 Gulden;
1629 Simon Khölhofer 36 Gulden: (KL 94, 325)
– 1629-32: Simon Khelhofer, stiftet auf sein Absterben Georg Pfabens; Für die 2 Schillinge gibt er jährlich 1 Pfund Pfennige, und weil er ohne Consens der Grundherrschaft in dies Gütl hineingeheiratet hat, Anfall 36 Gulden, 26. Mai 1629; (KL 6, 34)
1634 Stadl verprannt und angefangen öd zu liegen;
1636 Hanns Holzapfel 8 Gulden „er gibt erstes Jahr nur den Stiftpfennig, alsdann alte Gilt, und soll, bis auf Wiederruf die Hofarbeit verrichten; soll dazu noch geben 1 Gulden, aber die Hofarbeit persönlich oder durch einen anderen, angenommen, verrichten;“
1637 kauft dem Holzapfel ab Ruprecht Awer und Catharina seine Hausfrau um 40 Gulden, Anfall 2 Gulden, kauft selbst Leib um 6 Gulden, verrichtet die Hofarbeit; (KL 94, 325)
1643 28. Dezember Georg Pillmayr erkauft dies Lehen, samt Leykauf 41 Gulden; Pillmayr behält der Catharina Auerin Leib, Anfall 2 Gulden 30 Kreuzer; NB. Pillmayr ist schuldig, die Hofarbeit selbst zu verrichten; (KL 8, 47)

-1661, 27: Juni verheiratet sich (II. Ehe) Georg Pölmayr, Witwer, Plöcking, mit Maria Reischlin, Reichstorf;
– 1662, stiftet Georg Pilmair dieses Lehen auf sein Weib Maria um 20 Gulden, Verechrung 1 Gulden; jählriche Gilt: 2 Gulden 11 Kreuzer 3 Heller; (KL 94, 325)
Steuerbeschreibung 1671:
Georg Pölmayr, jährliche Gilt, 2 Gulden 11 Kreuzer 3 Heller; Leibgedingsgerechtigkeit, 13. August 1662 hat er sie vom Koster erkauft um 20 Gulden, jetzt geschätzt um 25 Gulden;
Viehbestand: 1 Schieb-Öxl, 2 Kühe, 1 Kalrnrindl, 1 Gaiß, 1 Impp;
Verpflichtungen, bzw. sonstiges Vermögen:
Einst Hornstainisch, jetzt Kloster Scheyrischer Acker, den er 1662 von Benedikt Mämelzhauser um 50 Gulden erkauft hat; jetzt geschätzt um 25 Gulden, jählriche Gilt davon 2 Gulden 30 Kreuzer; jährliche Steuer; 1 Pfund 12 Pfennige, das Äckerl als ein Lehenreich habe er niemals versteuert. (K (St 320, 75)
– 1697-1701: Georg Pöllmayr / Hanns Peyrl hat Georg Pöllmayrs Leib, Stift: 2 Gulden 11 Kreuzer 3 Heller, 1 Henne, Kirchtracht 4 Kreuzer;
1700 den 15. März stiftet Hans Peyrl auf sich allein um 25 Gulden, 1 Gulden Leykauf; daran hat er neben dem Leykauf gleich erlegt 15 Gulden; die übrigen 10 Gulden aber bringt er innerhalb der nächsten 2 Jahr; (KL A Ic 11, 99)
– 1696, 10. Juli verheiratet sich Joannes Beyrl, Pörnbach, mit Anna Pölmayrin, Plöcking
1736 14. August stiftet Leib Nicolaus Schönauer 25 Gulden, Leykauf 1 Gulden, Infulsteuer 22 Kreuzer 2 Pfennige;
– 1736, 3. September verheiratet sich Nicolaus Schönauer, Tegernbach, mit Susanne Felbermayr, Stöpperg,
1773 12. November stiftet auf sich Leib Sebastian Obermayr, 25 Gulden, 1 Gulden Leykauf,
1795 12. März stiftet auf sich Leib dessen Sohn Anselm Obermayr um 25 Gulden, 1 Gulden Leykauf.
– 1800: 30. Juni verheiratet sich Anselm Obermayr, * 7.10.1774, + 10.3.1837, mit Theresia Gampenrieder, * 1.10.1777, Triefing, + 7.12.1839, Plöcking;
Kinder: Andreas, * 6.9.1811, Magdalena, * 22.9.1813; Katharina, * 15.11.1815 (KL 94, 325)
– 1730-1802: Stift: 2 Gulden 15 Kreuzer 3 Heller; (KL 17, 49)
Umlags-Buch 1773 (B 28, 10)
Niklas Schönauer, Andre Obermayr, Mehrhammer-Gütl, Hoffuß 1 /8; Fourage-Anlage 52 1/2 Kreuzer; Vorspann-Anlage 9 3/8 Kreuzer; Herdstätte-Anlage 25 Kreuzer; Summe: 1 Gulden 26 Kreuzer; Steuer: 1 Gulden 12 Kreuzer;
1839 3. Juli verheiratet sich (mit Übergabe)
Andreas Obermayr, Plöcking, * 6.9.1811, + 1.5.1866, mit Kreszenz Niedermayr, Mitterscheyern, * 14.4.1818, + 23.4.1859
15 Kinder, davon überlebend: Franz Paul * 9.12.1842, Walburga, * 29.11.1843; Creszenz, * 15.6.1845; Andreas, * 7.10.1847; Joseph, * 16.3.1850; Theres, * 11.10.1853, * 21.5.66; A. Maria; * 8.3.59, + 16.4.67;
– 1860, 27. März verheiratet sich (II. Ehe)
Andreas Obermayr, * 6.9.1811, + 1.5.1866, mit Ursula Neumeir, Oberhausen; * 20.1.1827; + 1.6.1863;
3 Kinder, davon überlebend: Ursula, * 26.2.1862;
1876 erloschen und vereinigt mit Nr. 4 Hoisl, aber der Name „Seitz“ auf dem Haus Nr. 4 übertragen (bisher „Hoisl“).
1905 verkauft an Georg Käs;
Georg Käs; * 12.12.1867, in Neustift, + 18.1.1948, verheiratet 11.9.1895 mit Maria Schmid, * 17.1.1871, Gosseltshausen, + 8.5.1941;

10 Kinder, davon überlebend: Seraphim * 17.2.1896; Maria * 19.4.1897; Georg, * 1.6.1898; Joseph, * 17.2.1901; Ludwig; Ottilia, * 20.2.1910
1935 Josef Frauenholz, * 28.5.1904 in Unterschnatterbach, + 23.4.1981;
verheiratet sich im Mai 1935 mit Ottilia Käs, * 20.2.1910 in Plöcking;
Kinder: Ottilie, * 24.2.1935; verheiratete Schwarzmeier
Frieda * 7.2.19..; verheiratete Mollweide;
1957 Josef Frauenholz
1979 Josef Frauenholz

Grundsteuerkataster 17 111, Niederscheyern 1863, S.139
Ortschaft Plöcking, Haus – Nr. 7
Seiz Andreas Obermayr, für sich und seine 9 Kinder;
Das Seitzgütl hat der Vater Andreas Obermayr, laut Brief vom 14. Juni 1839 von seiner Mutter, Witwe Theresia Obermayr mit Haus- Bau-und Viehfahrnissen, dann mehreren inzwischen veräußerten Objekten um 1065 Gulden übernommen, seiner ersten Ehefrau Creszentia, geborene Niedermaier, nach Ehevertrag von demselben Tage zum Miteigentum angeheiratet, auf das Ableben derselben nach Muttergutsvertrag vom 5. März 1860 zum Alleineigentum erhalten – und sodann nach weiteren Ehevertrag vom 13. März seine zweite Ehefrau Ursula, geborene Neumaier, in den Mitbesitz und das Miteigentum seines Anwesens aufgenommen.
Auf das im Monat Juni 1863 erfolgte Ableben der zweiten Ehefrau befindet sich nun Andreas Obermayr mit seinen vorgenannten neuen Kindern bis zum Austrag der Verlassenschaft im gemeinschaftlichen Besitze und Eigentum des Gesamtrücklasses derselben.

Das Seitzgütl im Jahr 1863
Nr. Bezeichnung Fläche Nr. Bezeichnung Fläche

——————————————————————————–
405 Wohnhaus mit Stall, und Stadl, Wagenschupfe, Hofraum und Wurzgarten 0,12
406 Gras-Baum-und Wurzgarten, der Hausgarten mit Back-und Waschhaus 1,00
436 Mausacker 1,05 Gemeinderecht
443 Vogelheerd 0,74 zu einem ganzen Teil an den noch
454 Maiszellholz 1,12 unverteilten Gemeindebesitzungen
458 Maiszllacker 0,76 bei Haus Nr. 10 in Plöcking
465 Washoferacker 0,53
467 Thalwegacker 1,79 Zusammenstellung
478 Steinberg 2,32 Fläche: 12,40 Tagwerk
502 oberer Mühlacker 0,91 Verhätniszahl: 88,96
504 unterer Mühlbergacker 0,76 Einfache Grundsteuer:
513 unterer Winklacker 0,64 1 Gulden, 28,96 Kreuzer;
516 oberer Winklacker 0,66

Übernommen aus:
Haus- und Familiengeschichte der Pfarrei und Hofmark Scheyern Band II Scheyern – Ost

Schwarzmeier Plöcking 4