Plöcking

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Historische Lehen und Güter von Plöcking

Plöcking
Im Einkünftebuch der Abtei Scheyern aus der Zeit um 1300 werden 9 Lehensgüter zu Pleching (Plöcking) aufgeführt, die dem Kloster unterstanden. Jahrhundertelang gehörte der Weiler zum Klostergebiet der Benediktinerabteil, die alle Rechte über denselben ausübte. Alle 9 Lehensgüter hatten seit alters ihre Abgaben an den Abt von Scheyern zu entrichten und das Kloster verlieh die Höfe freistiftsweise an einheimische Bauernstämme. Der Ort teilte bis zur Aufhebung des Klosters die Geschicke von Scheyern. Die Gültbücher der Abteil führen uns daher eingehend alle Stämme auf, die von 1500 an auf den Klostergütern in Plöcking hausten, erzählen uns von den Schicksalen des Dorfes während des 30 jährigen Krieges und geben uns alle Reichnisse an, die die Bauern an das Kloster zu leisten hatten. Ein Einkünftebuch, das die Zeit von 1567 – 1573 umspannt bringt uns Kunde von jenen Bauern, die während dieser Zeit Klosterlehen in dem Orte inne hatten. Für den Sippenforscher sind diese bodenständigen Bauernnamen von großem Werte. Wir lesen von Wolf Reischl, Martin Peyrl, Hans Smidhover (Schmidhofer), Bernhard Peckh, Hans Hyebl, Mathias Haller, Hans Schmid, Lienhard Peurll, Martin Singer, Veicht Veichtmair, Staphan Praunsteiner, Jakob Hueber und Hans Sparber. Einige dieser Sippen erwähnt noch das Gültbuch von Scheyern, das mit dem Jahre 1600 beginnt. Hierin heißt es, daß Georg Dersch für sein Lehen die Hofarbeit in eigener Person verrichten mußte und daß er jährlich eine Gült von 80 Pfennig, 14 Pfennig für eine Stiftsmaß Wein, 1 Hahn und als Mai- und Herbststeuer 26 Pfennig an den Klosterkasten abzuführen hatte. Die anderen Lehensinhaber von Plöcking waren Christoph Perckhardt, Michael Müller, Hans Wergnthaller, Sebastian Edlinger und seine Witwe Katharina, Christoph Sparber, Hans Hindermayr, Georg Pfab, Stephan Praunsteiner und Matthäus Springer.

Die Schwedeneinfälle von 1632 haben auch dem Weiler arg zugesetzt. 1634 lagen von den 9 Lehensgütern 7 öde. Auf einem Hofe hauste nach dem Tode des Bauern seine Witwe, ein Lehensinhaber weilte noch auf seinem Gute, 4 Bauern waren fortgezogen und 2 Städel waren von den Schweden in Brand gesteckt worden.

Die Untertanenbeschreibung des Pfleggerichtes Pfaffenhofen führt 1752 im Dörfel Plöckhing folgende Klosterhörige von Scheyern auf: Blasi Thaller, Blasi Pfab, Martin Osterhueber, Nikolaus Schönnauer, Korbinian Hoiß, Benedikt Hoiß, Franz Miller, Veit Ott und Peter Gotschmann. Die Reihenfolge der Lehensinhaber von Plöcking sind in einem Einküftebuch angegeben, das mit dem Jahre 1500 beginnt. Hier erfahren wir alle Bauernstämme, die seit dieser zeit dort ansässig waren und Klosterlehensgüter bewirtschafteten. Auf dem ersten Lehen saß 1500 die Weberin. Es folgten nach: 1502 Schabenkkäß, 1510 Georg Hainzlmair, 1517 Leonhard Schneider, 1555 Leonhard Oerdl, 1557 Wolf Reßl, 1566 Wolf Ostermayr, 1591 Apollonia Ostermayrin, 1604 Sixt Sperl, 1612 Georg Dersch, 1636 Georg Mayr, 1637 Georg Dersch, 1663 Veit Lidl, 1678 Bartlmä Pernrieder, 1720 Lorenz Thaller, 1735 Blasi Thaller, 1775 Josef Thaller und 1798 dessen Sohn Joseph Thaller der Jüngere.

Die Bauern und Klosterhörigen, die seit 1500 das 2. Lehensgut inne hatten, hießen: Konrad Schleicher 1500, Mattes Zöttl 1505, Hans Khornpropst 1527, Willibald Obisser 1552, Christoph Oedmayr 1555, Hans Schmidhofer 1561, Hans Purckhardt 1570, Christoph Purckhardt 1601, Kaspar Sailler 1634, Anna Saillerin 1636, Katharina Wengerin 1658, die im gleichen Jahre das Lehen an Simon Tummelzhausen veräußerte. Hans Gotschmann 1689, Peter Gotschmann 1714 und Vitus Miller 1765. Diese beiden ersten Lehenshöfe konnten den Schwedeneinfall von 1634 glücklich überstehen.

Das dritte Lehen bewirtschafteten: 1500 Wolf Obmauß, 1502 Wolf Hainzlmair, 1520 Hans Reichel, 1530 Leonhard Scher, 1548 Martin Peyrl, 1591 Paul Miller, 1598 Martin Pöckh, 1616 Michael Miller, 1640 Jakob Springer, 1651 Martin Miller, 1690 seine Witwe und Tochter Ursula, 1691 Karl Perger, der sich mit Ursula Miller verheiratet hat, 1736 Blas Pfab, 1784 Andre Dellicher und 1795 Martin Pfab. Dieses Lehen verödete im Jahre 1634 beim Schwedeneinfall. Michael Miller starb und seine Witwe verließ das Gut im Jahre 1636.

Das vierte Klosterlehen hatten folgende Klosteruntertanen von Scheyern inne: 1500 Georg Wezhäbtel, 1533 Wolf Wezhäbtel, 1553 Bernhard Pöckh, 1601 Georg Höckhmair, 1616 Hans Wergnthaller, 1627 Matthes Schabenperger, 1627 Veit Purchhardt, 1637 Benedikt Ostermayr, 1647 Andre Berchtold, 1675 Thomas Krimmer, 1706 Aegid Krimmer, 1742 Korbinian Hoisl und 1790 Joseph Hoiß. Als die Schweden 1634 Plöcking überfielen begann dieses Lehen zu veröden und konnte erst nach 3 Jahren wieder bemeiert werden.

Auf dem fünften Lehenshofe saßen: 1500 Hans Oberle, 1515 Peter Präpockh, 1522 Leonhard Obermayr, 1542 Hans Hiebel, 1572 Mathias Daller, 1604 Sebastian Oedlinger, 1623 Mathias Oedlinger, 1651 Mathias Schmidhammer, 1683 sein Tochtermann Martin Mayr, 1700 Simon Schmidthammer, 1748 Martin Osterhueber, 1785 Johann Ziglmayr und 1801 Johann Firnbacher. Als die Schweden 1634 nach Plöcking kamen floh der Lehensinhaber Mathias Oedlinger. Im Jahre 1635 aber zog er wieder auf.

Als Meier auf dem sechsten Lehenshofe finden wir: 1500 Khaißer Weber oder Ragenorl, 1502 Wolf Wergenthaller, 1505 Hans Reichel, 1530 Blasi Peyerl, 1550 Hans Schmidt, 1571 Leonhard Peyerl, 1578 Christoph Sparber, 1619 Wolf Hindermair, 1628 Abraham Glatzmair, 1641 Jakob Schmidthofer, 1691 Wenzel Haintzlmair, 1731 Franz Müller, 1741 Mathias Müller, 1797 dessen Sohn Joseph Müller, Das sechste Lehen von Plöcking scheint 1634 durch die Schweden nicht gelitten zu haben, denn das Einkünftebuch weiß nicht von Verödung, Verwüstung, Untertanenflucht oder Sterbefälle an der Pest zu melden.

Auf dem siebenten Klosterlehen hausten: 1500 Sixt Michael, 1505 Jakob Vollermair, 1510 Georg Obisser, 1545 sein Sohn Georg Obisser der Jüngere, 1553 dessen Witwe Elisabeth, 1555 Mathias Singer, 1572 Hans Schmauß, 1571 Sebastian Garttner, 1594 Christoph Osterhueber, 1596 Martin Daller, 1602 Michael Höldt, 1607 Georg Pfab, 1629 Simon Khölhofer, 1636 Hans Holzapfel, 1637 Ruprecht Auer, 1643 Georg Pelmair, 1662 Maria Pellmair, 1700 Hans Peyerl, 1736 Nikolaus Schönauer und 1778 Sebastian Obermayr. Simon Khölhofer heiratet 1629 auf dieses Lehen, ohne die Grundherrschaft um ihre Zustimmung zu bitten. Der Abt legte ihm daher ein größeres Stiftsgeld auf, das Khölhofer in bar zu zahlen hatte. Als die Schweden 1634 Plöcking heimsuchten, brannten sie den Stadel des Khölhofer nieder. Das Lehen verödete und wurde erst nach 2 Jahren wieder bebaut.

Als Meier auf dem achten Klosterlehen zu Plöcking zählt die Güterbeschreibung von Scheyern auf : 1500 Hans Pfab, 1502 Georg Schlutenberger, 1542 Stephan Höfelmayr, 1552 Hans Neumair, 1561 Hans Veitmair, 1572 Stephan Prainstainer, 1628 Kaspar Khopp, 1636 Hans Mezger, 1639 Margaret Katharina Mezgerin, die das Lehen im gleichen Jahre an Margaret Taller verkaufte, 1649 Hans Piechl, 1650 Georg Reimb, 1653 Urban Kholmayr, 1659 Kaspar Ott, 1765 Bartholomäus Grueber und 1792 dessen Sohn Franz Grueber. Beim Einfalle der schwedischen Horden im Jahre 1634 flüchtete die Witwe des Kaspar Khopp, kehrte erst nach 2 Jahren zurück und nahm die Bewirtschaftung des Hofes wieder auf. 1636 verkaufte sie das Lehen an Hans Mezger. Haus und Grundstücke lagen von 1634 bis 1636 verödet da.

Auf dem neunten Klosterlehen lebten von 1500 an folgende Bauernstämme: 1500 Gastl Thier, 1515 Sixt Neumair, 1520 Leonhard Thier, 1528 Nikolaus Thier, 1529 Christoph Springer, 1530 Hans Schluttenberger, 1560 Jakob Hueber, 1572 Hans Schachner, 1651 Christoph Zeisser, 1663 sein Sohn Sebastian Eder, 1699 Jörg Hoißt, 1709 Georg Hoisl, 1745 Benedikt Hoiß und 1767 Veit Hoiß. Beim Eindringen der Schweden 1634 flüchtete der Meier Jakob Springer. Da Lehen verödete und wurde erst 1636 wieder bewirtschaftet, nachdem Springer zurückgekehrt war.

Aus dieser langen Reihe der Lehensinhaber von Plöcking ist ersichtlich, daß sich nur selten eine Sippe längere Zeit auf einem Hofe gehalten hat.

Haus Nr. Lehen Nr. Hausname Besitzer 1979
1 (neu) Kreszenz Reisner
1 (1800) 2. Lehen Peter 1881: Paul Stegmayr
2 4. Lehen Girgl Josef Huber
3 8. Lehen Hannerl Ludwig Fuchs
4 9. Lehen ( Hoisl Josef Frauenholz
( 1876 vereinigt
7. Lehen ( Seitz “ „
5 5. Lehen Brandl Georg Ostermeier
6 6. Lehen Fenz Hermann Boniberger
8 3. Lehen Karl Michael Schrätzenstaller
9 1. Lehen Lenz Rudolf Reischl

Plöcking um 1860 Plöcking um 1980